Zoll bei Online-Bestellungen aus der EU: Was wirklich dazukommt

Von Laurin Stumpf · aktualisiert am 24.09.2026

Eine Tasche für 400 Euro bei einem deutschen Händler kostet dich in der Schweiz mehr als die umgerechneten 400 Euro. Dazu kommen Mehrwertsteuer und eine Gebühr für die Verzollung. So rechnest du richtig.

Die Abschnitte 4 und 5 beschreiben, wie bagradar rechnen und kennzeichnen wird, sobald die ersten Shops angebunden sind.

1. Mehrwertsteuer: 8.1 Prozent

Auf den Warenwert inklusive Versand- und Verzollungskosten erhebt die Schweiz 8.1 Prozent Mehrwertsteuer. Bei 400 Euro Warenwert plus 15 Euro Versand sind das mit der Verzollungsgebühr der Post rund 34 Franken (Rechenbeispiel mit einem angenommenen, runden Kurs von 0.94 Franken je Euro; der Kurs schwankt).

2. Verzollungsgebühr: bei der Post 13 bis 70 Franken

Die Post oder der Kurier verlangt für die Zollabfertigung eine Dienstleistungsgebühr. Bei der Schweizerischen Post sind es für Sendungen aus der EU 13 Franken Grundpreis plus 3 Prozent des Warenwerts inklusive Versandkosten, zusammen höchstens 70 Franken (Preise ohne Mehrwertsteuer). Für die Tasche aus dem Beispiel ergibt das rund 25 Franken. Wer die Importkosten bei der Post online bezahlt, erhält 1.50 Franken Rabatt auf den Grundpreis; das Beispiel rechnet ohne ihn. Kuriere haben eigene Tarife. Diese Gebühr fällt zusätzlich zur Mehrwertsteuer an; bei der Post bezahlst du sie online oder per Rechnung.

3. Freigrenze: nur bei sehr kleinen Beträgen

Beträgt die Mehrwertsteuer höchstens 5 Franken, wird sie nicht erhoben. Das entspricht einer Bemessungsgrundlage von rund 62 Franken. Für Designer-Taschen spielt die Freigrenze deshalb praktisch keine Rolle.

4. Händler mit verzollter Lieferung

Einige Händler liefern „verzollt und versteuert“: Sie rechnen Schweizer Mehrwertsteuer und Zollabwicklung direkt im Preis ab, und an der Haustür kommt nichts mehr dazu. Welche grossen Mode-Shops das schriftlich zusagen, steht mit Wortlaut, Quelle und Prüfdatum im Ratgeber Was Mode-Shops für die Schweiz zusagen. Bei bagradar steht bei solchen Händlern unter dem Preis: „Endpreis. Versand, Zoll und Mehrwertsteuer sind enthalten. An der Haustür zahlst du nichts mehr.“ Woran du verzollte Lieferung in einem Shop selbst erkennst, steht im Ratgeber Verzollt geliefert oder nicht?

5. So rechnet bagradar

Für Händler ohne verzollte Lieferung rechnen wir nach dem Tarif des Transporteurs: Preis in Franken plus Versand, dazu die Verzollungsgebühr (bei der Post der Grundpreis plus 3 Prozent des Warenwerts inklusive Versandkosten, höchstens 70 Franken) und 8.1 Prozent Einfuhrsteuer (die Mehrwertsteuer bei der Einfuhr) auf Ware, Versand und Gebühr. Das Ergebnis zeigen wir mit „ca.“ und aufgeteilt: was du an den Händler zahlst und was bei der Lieferung an den Transporteur geht. Nach diesem Endpreis sortieren wir. Die ganze Rechnung mit Tarifen, Quellen und Prüfdatum steht auf der Seite So rechnen wir.

6. Rückgaben aus dem Ausland

Schickst du eine Tasche in die EU zurück, kannst du die bezahlte Mehrwertsteuer beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit zurückfordern. Das ist Aufwand: Der Antrag gehört in die Ausfuhrzollanmeldung, und vom erstatteten Betrag zieht der Zoll eine Gebühr von mindestens 30 Franken ab. Die Verzollungsgebühr bekommst du nicht zurück. Bei teuren Taschen lohnt sich deshalb ein Händler mit verzollter Lieferung oft auch dann, wenn sein Preis auf den ersten Blick höher ist. Das Vorgehen Schritt für Schritt: Tasche ins Ausland zurückschicken.

Weitere Themen rund um Bestellung, Zoll und Rückgabe findest du in der Ratgeber-Übersicht.

Quellen

Stand: September 2026. Sätze, Gebühren und Verfahren können sich ändern; massgebend sind die Angaben der Behörden und des Transporteurs.

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